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3D-Druck

Im Moment habe ich einen kleinen Motivationshänger, deshalb schaue ich mehr fern als sonst. Zu einer Doku über 3D-Druck muss ich aber trotzdem meinen Senf dazugeben, denn einiges von dem was da gesagt wurde scheint mir weit hergeholt. Das der 3D-Druck Vorteile hat wenn es darum geht individuelle Produkte herzustellen und auch komplizierte Formen kein Problem sind und außerdem die erzeugten Teile sehr leicht sein können weil sich quasi organische Gitterstrukturen realisieren lassen ist klar. Das Airbus eine Türverriegelung in einem Teil druckt statt sie aus zwölf konventionellen Teilen zusammenzusetzen die noch dazu vier Kilo schwerer sind spricht für sich. Auf der anderen Seite haben die interviewten Personen aber teilweise Vorstellungen die etwas hoch gegriffen sind, so etwa dass sich das Volumen von 10 auf 300 Milliarden Dollar vervielfachen soll, dass Produkte virtuell vertrieben werden und vor Ort in Druckzentren produziert werden.

Für manche Sachen mag das gelten, für die Masse aber nicht. Eine Schraube kann man prinzipiell drucken, aber es ist viel, viel billiger und schneller diese von einer Maschine ausspucken zu lassen die diese entweder rollt, dreht, presst oder eine Kombination dieser Verfahren. Wenn ich ein Brett brauche, dann drucke ich mir das nicht sondern schneide mir das aus Plattenware. Nicht umsonst habe ich zwar einen 3D-Drucker den ich auch regelmäßig benutze, aber ich habe genauso eine Plattenfräse, Drehbank, Fräse, Kreissäge ... und ich überlege mir vorher welcher Fertigungsprozess für das benötigte Teil der Vorteilhafteste ist.

Massengefertigte und 3D-gedruckte Kabelklammer

Massengefertigte und 3D-gedruckte Kabelklammer

Außerdem behauptet die Firma die die Sohlen für Sportschuhe druckt dass sie die ersten wären die den 3D-Druck für die Massenfertigung einsetzen und das ist soweit ich weiß nicht ganz richtig. Josef Prusa baut schon eine ganze Weile 3D-Drucker mit jeder Menge 3D-Druckern, mittlerweile müssen das mehrere hundert in den Druckerfarmen sein. In diesem Fall ist das gerechtfertigt schon alleine daher dass der Entwicklungszyklus dadurch viel schneller sein kann als mit konventioneller Produktion, das Modell wird quasi ständig weiterentwickelt was mit Spritzgussformen sehr, sehr aufwändig und teuer wäre.

Die richtige Antwort ist also: es hängt davon ab. (Wann ist das eigentlich nicht so?) Was ich in großem Stil gedruckt habe waren zum Beispiel die Kabelklammern für die Rasterdecke. Ursprünglich hatte ich gekaufte, aber die waren nicht billig (15 cent pro Stück - vor zwanzig Jahren!) und beim letzten Umbau sind viele zerbröselt weil der Kunststoff gealtert ist. Weil das Sachen sind die man nicht an jeder Ecke kaufen kann hätte ich entweder versuchen müssen, irgendwo wieder welche zu organisieren - hier war der 3D-Druck die clevere Lösung. Ich konnte das Design optimieren (eine der Eigenschaften eines Enneagramm 5-1 INTJ ist es ja, überall zu sehen was man besser machen könnte) und für eine Ladung von 30 Stück brauchte der Drucker 8 Stunden. Da die Zeit aber keine so große Rolle spielte und ich die paar hundert Stück über mehrere Wochen gebraucht hatte war das die richtige Lösung, zumal die Stückkosten deutlich unter 10 cent lagen. Bei anderen Sachen ist es dann zweifellos so dass sie sich subtraktiv besser fertigen lassen, man denke nur an diese Rollbretter die in ein paar Minuten aus einer Multiplexplatte gefräst wurden:

Rollplatte aus Birkensperrholz

Rollplatte aus Birkensperrholz

das Beste Beispiel ist die Halterung des Kühlmittelejektors an der Drehbank: eben eine Kombination von 3D-gedruckten Teilen mit einer CNC-gefrästen Grundplatte und Normteilen (Schrauben).

Halterung Kühlmittelejektor

Halterung Kühlmittelejektor, Buchensperrholz + 3D-Druckteile

Problematisch ist und bleibt es wenn Metall im Spiel ist. Natürlich hätte ich gerne einen Plasma- oder Laserschneider und ein Metall-3D-Drucker (Metallpulver wird schichtweise per Laser geschmolzen) ist natürlich das ultimative Spielzeug, liegt aber weit außerhalb des finanziellen Rahmens.

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