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Völliger Blödsinn

Eigentlich sind es ja die INTPs die dafür berüchtigt sind alles auf ihre logische Konsistenz zu hinterfragen, aber ich kann das auch. Eben den Firm "Jack Ryan: Shadow Recruit" gesehen und dann musste ich mittendrin abschalten weil es mir zu blöd war. Die Story läuft nach dem üblichen Muster: CIA Analyst wird auf einmal in Feldarbeit hineingezogen, die Verlobte lenkt den Bösewicht im Restaurant ab während er in dessen Büro einbricht und die Daten stiehlt. Das ging ja noch. Dann killt der Bösewicht seinen Sicherheitschef weil der ihn kritisiert dass er sich von Wodka und Frauen hat ablenken lassen - dabei war das ein wirklich kompetenter Typ, das ist schon ziemlich Blödsinn und jeder INTJ weiß wie schwer es ist kompetente Leute zu finden und dann die im kritischen Moment der Operation zu killen ist nun wirklich hirnverbrannt. Aber es kommt noch besser: Der Bösewicht entführt die Verlobte (wie soll das gehen wenn mein Sicherheitsapparat jetzt auf einmal führungslos ist?) und es kommt zum berühmten Telefonat zwischen dem Bösewicht der mit dem Auto auf der Flucht ist und Jack Ryan im Verfolgerfahrzeug. Er droht die Verlobte zu foltern und zu töten wenn er die Daten nicht zurückbekommt. ABER BITTE WIE SOLL DAS GEHEN WENN MAN GERADE IM AUTO WEGRAST????? Da muss man erst mal einen Treffpunkt aushandeln wo man das übergeben soll, vorher ist das doch völliger Blödsinn die Geisel zu töten.

Vor dem Fernseher lässt sich das jetzt gut sagen aber wenn man das mit der berühmt-berüchtigten eiskalten INTJ-Logik betrachtet: Der todkranke Bösewicht ist da in der deutlich schlechteren Verhandlungsposition. Er hat zwar eine Geisel, die aber tot nutzlos ist (das berühmte Geisel-Dilemma - eine ist keine: hat man nur eine Geisel, kann man sie nicht killen weil man dann eben keine mehr hat und schutzlos ist). Die gestohlenen Daten gefährden seine Rache und er muss unbedingt deren Weitergabe verhindern weil sonst seine Operation wahrscheinlich vereitelt wird. Der CIA-Agent auf der anderen Seite hat nur seine Verlobte zu verlieren, die Operation wäre danach aber erfolgreich und die Menschheit oder was auch immer gerettet. Mal abgesehen davon das das ein klassisches Führungsdilemma ist wo man unter Umständen ein einzelnes Individuum zum Wohl des Kollektivs opfern muss - der Agent hätte den Spieß umdrehen müssen: "Wenn du ihr nur ein einziges Haar krümmst, gehen die Daten sofort weg, lass uns bei XY treffen und du bekommst den USB-Stick zurück wenn ich sie zurück bekomme." Danach auflegen. Der Bösewicht ist in dem Moment eigentlich schon am Arsch, da die Daten sowieso schon weg sind und die einzige Hoffnung wäre die Operation noch in letzter Minute zu ändern um sie zu retten. Das ist aber Arbeit und geht nicht wenn man gerade eine Geisel entführt ... tja, die Realität ist nicht Hollywood und selbst ein perfides Komplott ist mit Arbeit und Organisation verbunden und will gemanagt werden soll es dem Initiator nicht um die Ohren fliegen. Und da sich der Schläfer der den Anschlag durchführen soll sowieso nicht mehr kurzfristig kontaktieren lässt, könnten sich auch beide genausogut auf einen Kaffee treffen, sich zurücklehnen und abwarten wer das Rennen gewinnt, das würde am Ausgang der Geschichte nichts ändern.

Ist das jetzt gut oder schlecht, dass man sich solche Filme als INTJ nicht "einfach nur" ansehen kann?

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