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Die grauen Herren oder der Kampf gegen die Zeit

Wer kennt sie nicht, die grauen Herren aus Momo von Michael Ende? Im Grunde genommen kommt man an dem Zeitproblem nicht vorbei, jedenfalls nicht mit meinen Charaktereigenschaften.

Während andere Menschen sehr gut im prokrastinieren sind, geht das bei mir bis auf ein paar Ausnahmen gar nicht. Wenn etwas gemacht werden muss, will ich das nach Möglichkeit sofort erledigt haben, damit ich meine Aufmerksamkeit woanders hin lenken kann. Außerdem stehe ich morgens auf mit einem Plan, was ich bis zum Abend erledigt haben will.

Das ganze entwickelt sich aber nun jetzt zu einem regelrechten Teufelskreis: Wenn etwas mehr Arbeit ist als gedacht will ich es aber trotzdem fertigmachen, andere Dinge auf der Liste aber auch und so zieht sich meine Aktivität bis spät in die Nacht, so bis 2 Uhr oder so. Am nächsten Morgen fällt das Aufstehen dann schwer, so dass ich eben erst später in die Pötte komme. Es fällt eben schwer zu akzeptieren, das man als Mensch eben seine Ruhezeiten braucht und jeder Versuch hier herumzutricksen entweder ausgemacht schädlich ist oder eben hintenrum wieder zurückkommt. Was nur nervt sind die Frühaufsteher, die mich erst um 10 Uhr sehen und meinen, ich würde auf der faulen Haut liegen weil die schon am Nachmittag gehen und gar nicht sehen, was ich alles Nachts und am Wochenende arbeite.

Dobi schreibt "Wer Sachen machen muss, die er nicht mag und keine Zeit für die Sachen hat, die er gerne machen möchte, leidet unter Burnout" - unter diesem Maßstab wäre ich da längst soweit. Als Unternehmer hat man eben das Problem, für das Unternehmen verantwortlich zu sein und das was gemacht werden muss deckt sich eben oft nicht mit dem, was man gerne machen würde, beruflich wie privat. Beruflich würde ich liebend gerne noch ein Transportgestell schweißen und die Montage-App weiter programmieren, das muss auch beides gemacht werden - aber im Moment sind eben andere Dinge wichtiger und die sind eben nicht so attraktiv. Und privat .. das steckt sowieso hinter beruflich zurück und da würde ich auch gerne Sachen machen wie die Drehbank umbauen (mechanisches Schaltwerk raus und Frequenzumrichter rein) oder einen Kletterurlaub oder anderes, was dann aber entweder aus Zeitgründen nicht geht oder weil ich niemanden finde, der das mit mit macht.

Dann lese ich in der Zeitung, dass 25% der Deutschen sich keinen einwöchigen Urlaub im Jahr leisten könnten und das das ja so nicht zumutbar wäre. Hmm, ich kann mir auch keinen einwöchigen Urlaub leisten. Im Gegensatz zu den 25% habe ich zwar Kohle genug um was-weiß-ich-wohin zu fahren, aber mein Unternehmen würde während meiner Abwesenheit Schaden nehmen, so dass ich mir das im Moment nicht leisten kann in Urlaub zu fahren. Wenn ich denn ein Team hätte, was in der Zwischenzeit die Aufgaben übernimmt die ich sonst machen würde, aber das Team hab ich nicht und die Leute die ich habe würden die Arbeit, die ich liegenlasse nicht mit der Beißzange anfassen. Das heißt: Anstelle erholt aus dem Urlaub zu kommen käme ich aus dem Urlaub nur um die währenddessen nicht gemachte Arbeit nacharbeiten zu müssen, und das ist kein Urlaub ... und wer bekämpft mir das?

Das ist zwar wenig erfolgversprechend, aber das Stellenangebot steht: Wer Verkaufstalent hat, kreativ ist, handwerklich begabt und bereit ist sich voll einzubringen, der bekommt erstmal eine Stelle als Assistent der Geschäftsführung und dann die Option, sich am Unternehmen zu beteiligen wenn die Zusammenarbeit passt. NJs bevorzugt ;-)

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