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Percieving

Als INTJ gehöre ich der Theorie nach nicht zu den Persönlichkeiten mit einer Percieving Function, anders als ein INTP. Hier gerät das Modell aber auch an seine Grenzen, wenn ich meine Selbstbeobachtung hier einordnen soll. Die Funktionen des INTJ sind Introverted Intuition, Extroverted Thinking, Introverted Feeling und Extroverted Sensing. Das macht auch so weit Sinn, da die beiden Extrovertierten Funktionen ja gut meine Produktivität nach außen hin, sowohl im abstrakten als auch im greifbaren Sinn repräsentieren. Laut MBTI sind Perciever ja Persönlichkeiten, die als eine der ersten beiden Funktionen Introverted Feeling oder Thinking haben, und damit besonders auf Umwelteinflüsse reagieren, anders als Ni oder Si, was mit Informationsverarbeitung zu tun hat. Klar, in erster Linie stimmt das auch und was um mich herum passiert lässt mich im allgemeinen kalt.

Jetzt habe ich aber im Laufe der Zeit die Erfahrung gemacht, das das nicht alles ist: Schon immer hat es mich magisch zum Klettern gezogen, jedesmal wenn ich am Sellamassiv vorbeigefahren bin habe ich mir vorgestellt wie es denn wäre, da oben herumzuklettern. Wenn ich das dann im heimischen Klettergarten gemacht habe, zeigt sich tatsächlich der Konflikt zwischen dem Percieving des Klettererlebnisses und meinen beiden Primärfunktionen, die sich vor Angst jedesmal in die Hose gemacht haben. Nicht ganz unbegründet, wenn ich meine Liste der Beinaheunfälle so ansehe. Andererseits ist das Gefühl, nur mit den Finger- und Zehenspitzen an einer senkrechten Felswand zu hängen, nicht zu wissen, ob man es nach oben schafft und das Erfolgserlebnis wenn man es dann doch geschafft hat, enorm. Ich kann mich noch daran errinnern, dass ich ein paar Tage vor einer Zahn-Op eine 6a geklettert bin und das hat bestens geholfen, mich vom Zahnarztstuhl mental wieder zurück an die Felswand zu befördern, so stark war das Erlebnis. Ist das Fi? Oder doch Si/Ti aus der Spiegelhälfte (à la INTP)? keine Ahnung. Die Typen, die auf Adrenalinrausch stehen sind ja meistens xSFP. Diese Kombination Se/Fi würde das erklären. Es ist aber auf jeden Fall der Beweis dafür, dass auch in der von vielen Sensing-Typen als zu starr verschrienen Reduktion auf 16 Typen noch sehr viel in tieferen Schichten steckt, und damit auch Menschen mit gleichem Typ sehr verschieden sein können, je nachdem wie ausgeprägt sowohl die 3. und 4. Funktionen und auch die Balance zu den Spiegelfunktionen ist.

Das schweift jetzt etwas ab, passt aber auch in diesen Kontext: Ich habe mir aus persönlichem Interesse eine ganze Reihe Vlogs von INTJs angesehen, bevorzugt weiblichen ;-) . Grob gesagt fallen diese in zwei Kategorien: Bei einer Gruppe ist die Ausstrahlung von Fe praktisch null, sie haben in etwa den Charme eines Eisklotzes. (Zum Vergleich: INFJ haben Fe als Sekundärfunktion, was sie so lieb wirken lässt, ENFJ sogar noch mehr). Es gibt aber einige INTJ, die von der Denkstruktur eindeutig in den Typ passen, aber trotzdem zumindest etwas Fe ausstrahlen. Das kann auch nur in der Fi/Fe Balance liegen, nicht jeder hat an die 100% T wie meiner einer. Gleichzeitig heißt das auch, dass nicht jeder INTP (der Fe als 4. Funktion hat), das auch spürbar nach außen trägt.

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