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Wegelagerei

Man schaut sich ja alles mögliche an wenn man zu schlapp ist um abends noch an großen Projekten zu arbeiten. Diesmal A2-Abenteuer Autobahn, was ja alleine schon aus Gründen von Introverted Intuition interessant ist, denn jetzt weiß ich auch wie man Betonschäden an einer Brücke und ein Loch im Asphalt repariert. Nur bekomme ich immer noch das Kotzen wenn es wie in dieser Folge um die moderne Wegelagerei geht. In diesem Fall der Blitzer am Bielefelder Berg und eine Verkehrsüberwachungs-Streife der Polizei. In letzterem Fall war es - genau konnte man das nicht sehen - sogar so, dass eine Fahrerin mit 130 angehalten wurde wo nur 80 erlaubt war. Nur handelte es sich um eine Baustelle, die gerade eingerichtet wurde und was mich daran am meisten stört ist die typische Beamtenhaltung: "Es ist egal ob es die Baustelle schon gibt oder nicht, wenn das Schild da steht dann ist das auch einzuhalten." Das ist genauso wie ich mal in der Zeitung gelesen habe dass in Gelsenkirchen am Parkstation unter der Woche Tempo 80 galt und das streng kontrolliert wurde, am Spieltag dann einfach die Schilder gegen 100 ausgetauscht wurden um einen besseren Verkehrsfluss zu erreichen. Entweder man stellt Schilder aus Gründen der Sicherheit auf - und dann muss es auch einen Grund dafür geben dass genau diese Geschwindigkeit noch sicher ist - oder aber es wird willkürlich.

Das gleiche gilt am Bielefelder Berg: Mag sein, das Tempo 100 da sinnvoll ist, wenn das Geld aus den zehntausenden Bußgeldern pro Monat aber die die Stadtkasse wandert dann stinkt das zum Himmel. Richtigerweise sollte man das Geld (und das sind Millionen) dafür verwenden, dass die Autobahn dort so ausgebaut wird dass die Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle aufgehoben werden kann. Alles andere ist nichts anderes als eine moderne Form der Wegelagerei. Ich freue mich schon auf den Tag wo es praktisch nur noch autonom fahrende Autos gibt, die sich an alle Vorschriften halten. Dann sind nämlich etliche Kommunen pleite weil ihnen die ganzen Einnahmen wegfallen, oder sie müssen dann schweizerische Verhältnisse beim Parken einführen. In Städten wie Zürich oder Basel darf man sein Auto nämlich nicht mal mehr an den Straßenrand stellen ohne vorher bei der Polizei eine kostenpflichtige Genehmigung erworben zu haben.

Und noch ein Wort zu den Geschwindigkeitsbeschränkungen: Ich habe da ja im Prinzip nichts dagegen. Ich bin oft genug in DirtRally in Griechenlang nach einem kleinen Fahrfehler den Abhang hinuntergeflogen, leider gibt es in dem Spiel keinen Zähler wie oft man sich dabei umgebracht hat. Finnische Bäume, die bei Vollgas im vierten Gang plötzlich in der Motorhaube auftauchen sind genauso übel. Um das zu verhindern hilft natürlich gesunder Menschenverstand und da dieser bei allen Menschen unterschiedlich ist, ist es auch eine gute Idee das zu homogenisieren, damit in einer Problemstelle alle gleich schnell unterwegs sind. Aber wenn es dann hauptsächlich autonom fahrende Autos gibt bei denen es das Problem der Fahrfehler nicht mehr gibt, dann müsste man die Geschwindigkeit ein gutes Stück erhöhen können. Was dann auch ein Anreiz für den Umstieg ist, denn die meisten Menschen wollen ja wohl der Herr am Steuer bleiben.

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