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Tritt vors Schienbein

Im Trierischen Volksfreund war dieser Artikel:

Straßenmusiker haben es in Trier schwer
Artikel im Trierischen Volksfreund vom 12.08.2022

Die Vorschriften für Straßenmusik sind mal wieder ein prima Beispiel dafür mit welcher Leichtigkeit eine SJ-dominierte Welt der intuitiven Minderheit vor das Schienbein tritt. Ich habe in Trier noch keine Straßenmusik erlebt, kein Wunder bei diesen Vorschriften. Schauen wir zuerst einmal auf die Motivation der Künstler: man macht das wohl in erster Linie aus Spaß an der Musik. Ich kenne jetzt die aktuellen Gagen nicht, aber selbst bei Dorffesten bekommt man keine Band mehr unter 50 Euro pro Nase und Stunde, eher deutlich mehr. Und ich bezweifle, dass sich solche Summen einspielen lassen, selbst wenn man einen viel größeren Gitarren- statt Geigenkoffer aufstellt. Und dann muss man davon noch 25€ für die Genehmigung abgeben. Die gilt zwar für eine Woche, aber wenn man arbeiten muss um spielen zu können (und nicht anders herum) dann nützt das nichts wenn man nur an einem Tag der Woche mal Musik machen will. Oder um es mit den Worten von Thomas Kolbin von MoonSun zu sagen: "Wir sind nach Kaiserlautern gefahren, haben dort in der Fußgängerzone gespielt und in einer Stunde 15 Euro bekommen. Zuerst fand ich das toll, bis der BWL-Student in mir festgestellt hat, das alleine die Spritkosten schon höher waren".

Schon die Formulierung: "Auflagen [...] die dem Schutz der Interessen unbeteiligter Dritter dienen" - das ist erstklassische bürokratische Regulierungswut. Man müsste das mal recherchieren, aber ich bezweifle sehr stark dass diese Auflagen erlassen worden sind weil es irgendwann einmal eine Invasion der Straßenmusiker gab, diese einem vernünftigen Gespräch nicht zugänglich waren und der letzte Ausweg der Geschäftsinhaber darin bestand sich an die Stadtverwaltung zu wenden. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich jemand gedacht hat dass ja jemand belästigt werden könnte und sozusagen präventiv eine Verordnung erlassen hat. Typisches SJ-Denken eben: Nur nichts zulassen, was die bestehende Ordnung gefährden könnte. War das nicht mal ein CDU-Wahlkampfspruch: "Keine Experimente - CDU wählen!"?

Die meisten Künstler dürften NF-Typen sein, die machen aber nur ca. 15% der Bevölkerung aus - und die SJ alleine haben mit 45% schon fast genug Einfluss um in einem von der Mehrheit diktierten System ihre Vorstellungen durchzusetzen, sie brauchen demnach nur noch ein paar der 27% SP-Typen als Unterstützung. Das ist ein Mechanismus, der immer wieder funktioniert und der ständig zu Entscheidungen zulasten der Minderheit führt. Und oftmals sind diese Entscheidungen auch noch dumm und kurzsichtig weil ja diejenigen deren Persönlichkeit ja gerade darauf basiert Vergangenheit und Zukunft zu betrachten dabei nicht gefragt werden.

Beispiele gibt es genug: den Brexit (das war absehbar dass es mehr schadet als nützt), die dreifache Kehrtwende beim Atomausstieg in Deutschland, die Präsidentschaft von Donald Trump, die Machtbasis von Erdogan und Orban ... überall dürften die politischen Trennungslinien weitgehend parallel zu den persönlichkeitspsychologischen liegen. In dem Fall werden die SJ wahrscheinlich noch von dem Teil der Eliten unterstützt die persönlich davon profitieren, das ist ja besonders in den USA sehr gut zu sehen. Oder andersherum gibt es eine sehr kleine Splittergruppe - vielleicht unter den ENTJs und reichen ESTJs, die den Rest - jedenfalls genug davon um Wahlen zu gewinnen - zu ihrem eigenen Vorteil manipuliert.

Mit anderen Worten und extrem vereinfacht: fünf der sechzehn Typen bekommen das was sie wollen und den restlichen neun tritt man so vors Schienbein dass die keine Lust mehr haben. Wie wäre es denn mit einem System à la Dreiklassenwahlrecht, nur eben dann mit paritätischer Besetzung der Gremien mit allen 16 Typen? Damit würde man zumindest die andersdenkenden nicht mehr automatisch diskriminieren. Das hat Tradition. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den Hexenverbrennungen die Persönlichkeitstypen gleich stark betroffen waren, sondern das das vielmehr eine prima Gelegenheit war, die "komischen" Typen loszuwerden ....

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